Die universelle biometrisch-digitale Markierung aller Erdenbürger wird wahr gemacht

Die universelle biometrisch-digitale Markierung aller Erdenbürger wird wahr gemacht

10.11.2023 – Norbert Häring

10. 11. 2023 | Zur gleichen Zeit, in der bekannt wird, dass Hacker die Identitätsdaten der meisten Inder aus der größten staatlichen Identitätsdatenbank der Welt zum Kauf anbieten, einigen sich EU-Parlament und -Rat darauf, so etwas auch für uns einzuführen, Gleichzeitig preist Washington die ukrainische Version als Exportmodell an und Bill Gates will jedem neugeborenen Kind in Kenia so eine biometrisch-digitale Markierung auf Lebenszeit aufdrängen. Das hat System.

Anfang Oktober machte die IT-Sicherheitsfirma Resecurity bekannt, das Hacker nach eigenen Angaben die biometrischen Identitätsdaten von über 800 Millionen Indern aus der staatlichen Datenbank Aadhaar gestohlen haben und relativ günstig zum Kauf anbieten. Nachforschungen von Sicherheitsexperten zeigen, dass die Behauptung zumindest im Kern stimmt, wenn auch die Anzahl der Betroffenen nicht zu verifizieren ist. Resecurity erwarb 400.000 Datensätze und verifizierte deren Authentizität. Die Betroffenen waren von der unbekannten Organisation, deren Daten gestohlen wurden, nicht von dem Diebstahl informiert worden und wussten von nichts. Die Daten sollen neben der Aadhaar-Nummer den Namen und den Namen des Vaters, die Adresse, Passnummer, Alter und Geschlecht beinhalten.

Nach Angaben von Rescurity können etwaige Käufer mit diesen Daten Online-Bankkonten der Betroffenen plündern und Steuerrückerstattungsbetrug zu deren Lasten begehen.

Der Vorfall zeigt die riesigen Probleme für den Schutz der Bürgerrechte, die mit einer solchen Datenbank verbunden sind, deren Daten für alle nur denkbaren Identifikationszwecke verwendet werden. Die Versicherungen, das System sei sicher, haben sich nicht zum ersten Mal als grob falsch herausgestellt. Das Sicherheitsniveau wird von der Plattform mit Zugang zu den Daten bestimmt, die das wenigste Know How hat und den schlampigsten Umgang mit den Daten pflegt. In diesem Fall ist das Einfallstor für den Datendiebstahl unbekannt. In anderen, ebenfalls sehr großen Fällen in diesem Jahr soll das Einfallstor die Datenbank von Covid-Tests des Indian Council of Medical Research (ICMR) gewesen sein, die mit den Aadhaar-Nummern der Getesteten verbunden ist, sowie eine Datenbank zur Identifizierung von Prepaid-Telefonkunden.

Wenn die gleiche Datenbank von sehr vielen Behörden und Anbietern für alle möglichen Zwecke genutzt wird, multipliziert sich dadurch nicht nur das Risiko von Datenverlust, sondern auch der Schaden für die Betroffenen. Wenn dann auch noch die für die biometrische Identifikation genutzten Daten gestohlen werden, im Fall Aadhaar Fingerabdrücke und Iris-Scans, steht dem umfassenden Identitätsdiebstahl nichts mehr im Wege. Da Lesegeräte für biometrische Daten überall genutzt werden, um die Identität zu prüfen, können Kriminelle relativ leicht an solche Daten kommen. Da man seine biometrischen Merkmale nicht wie ein Passwort ändern kann, ist das verheerend für die Betroffenen.

Die indische Regierung behauptet, es sei freiwillig, sich in der Datenbank registrieren zu lassen. Das ist etwa so wahr, wie die Covid-Impfung für Beschäftigte im deutschen Gesundheitssystem “freiwillig” war. Alle möglichen staatlichen Leistungen setzen eine Registrierung voraus und so viele private Anbieter nutzen das System, das eine Nichtregistrierung für Menschen, die nicht autark auf dem Land leben, mit sehr großen Nachteilen verbunden ist.

Europas Aadhaar heißt Digital Identity Wallet

Völlig unbeirrt von diesen hier ohnehin so gut wie nicht berichteten Vorkommen im Vorreiter Indien, gaben EU-Rat und EU-Parlament am 8. November die Einigung auf eine Verordnung bekannt, die von allen EU-Ländern verlangt Digital Identity Wallets, digitale Identitäts-Brieftaschen, nach einheitlichem Format anzubieten. Natürlich, wie in Indien völlig freiwillig für die Bürger und nur zu deren Nutzen, damit sie sich bei Behörden und privaten Anbietern überall leicht und schnell mit den immer gleichen Identifikationsdaten anmelden können. Natürlich soll diese Datenbank 100% sicher sein, die Daten unmöglich gehackt werden können und auf keinen Fall von Behörden zu Überwachungszwecken missbraucht werden. Wer es glaubt, wird selig.

Es ist nicht bekannt, dass es große Unzufriedenheit in der Bevölkerung damit gegeben hätte, dass sie nicht über eine derartige, vom Staat kontrollierte digitale Identität verfügen. Hier wird im Interesse der global agierenden US-Konzerne wie Microsoft und Google und der Überwachungsagenda Washingtons und der anderen beteiligten Regierungen gezielt (siehe “Mehr” unten) ein weltumspannendes System errichtet, das alle Menschen unentrinnbar an das computerisiert überwachte Netz anbindet. Damit sollen immer mehr und schließlich alle ihre Aktivitäten überwachbar und steuerbar werden. Vorangetrieben wird das maßgeblich von Weltwirtschaftsforum, Gates-Stiftung und Rockefeller-Stiftung, mit Unterstützung Washingtons und von Washington kontrollierter internationaler Organisationen.

Bei all diesen staatlichen Identitätsdatenbanken in Indien, Europa und Afrika, weiß man, oder darf getrost davon ausgehen, dass die großen US-IT-Konzerne ihre Finger im Spiel haben und der Geheimdienst NSA Zugang hat.

Ukraines Dija als Exportmodell, Kenia als Importeur

Auch in der Ukraine gibt es eine mit offizieller US-Unterstützung eingeführte, umfassend genutzte staatliche Identitätsdatenbank namens Dija, die nun, ebenso wie das indische Vorbild, systematisch anderen Ländern zu Nachahmung angetragen werden soll. Der zuständige Digitalisierungsminister, Mykhailo Fedorov, ist ein Young Global Leader des Weltwirtschaftsforums. Das Branchenmagazin Biometric Update berichtet:

“Rund 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger verfügen inzwischen über die digitale ID, die zur Speicherung von biometrischen Pässen, Steuer-IDs und Führerscheinen, für den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und sogar für den Austausch militärischer Informationen genutzt wird: Nutzer können über die App die geografische Position feindlicher Panzer übermitteln. Diia wurde 2019 ins Leben gerufen. Seit Russland 2022 eine Invasion des Landes startete, hat die App neue Dienste hinzugefügt. Dazu gehört die Ausstellung eines digitalen “Evakuierungsdokuments”, das Identitätsinformationen enthält, um die Abfertigung an Kontrollpunkten zu beschleunigen, und das es Bürgern, deren Häuser im Krieg beschädigt wurden, ermöglicht, eine Entschädigung zu beantragen. Das Diia-Projekt, das in Zusammenarbeit mit USAID, der Eurasia Foundation und Partnern aus dem Privatsektor ins Leben gerufen wurde, stößt auch in anderen Ländern, die von den Erfahrungen der Ukraine lernen, auf Interesse. Im Januar dieses Jahres kündigte USAID an, Partnerländer zu unterstützen, die sich von Diia inspirieren lassen.”

Folgendes hat, passend dazu, vor Kurzem die Kenya Post berichtet (übersetzt):

“Die Bill and Melinda Gates Foundation hat mit der kenianischen Regierung eine Vereinbarung getroffen, um sie bei der geplanten Einführung des digitalen Identifikationsdokuments (ID) mit dem Namen Maisha Namba zu beraten. Maisha Namba wird der Personalausweis der dritten Generation mit einer eindeutigen Nummer sein, die jedem Kenianer bei der Geburt zugewiesen wird und von der Geburt bis zum Tod gilt. Der Geschäftsführer der Stiftung, Mark Suzman, sagte einer lokalen Zeitung: “Wir haben eine Reihe spezifischer Investitionshilfen für die digitale Identität, die wir breiteren Plattformen zur Verfügung stellen.” Der Milliardär hat sich mit [Regierungschef} Ruto mehrfach getroffen, seit dieser an die Macht gekommen ist, wobei die meisten dieser Begegnungen geheim gehalten wurden. Berichten zufolge wird das Abkommen die Regierung mit wichtigen technischen Experten und Partnern zusammenbringen, die professionelle Beratung anbieten werden, um eine reibungslose Einführung zu gewährleisten.”

Wie Sie den folgenden Beispielen entnehmen können, werden die biometrisch-digitalen Identitätsdatenbanken nach indischem Vorbild in viele andere Länder exportiert, darunter Nigeria, Athiopien und Kasachstan. Aber auch weitere, unten nicht aufgeführte asiatische Länder wie Pakistan und Thailand sind dabei. Es fehlt nicht mehr viel, dann können die US-Dienste von ihren Cumputern in Langley und Fort Meade aus mitverfolgen und speichern, was fast jeder beliebige Erdenbürger (außerhalb Chinas) so macht.

Mehr

UN entwickelt mit der Autokratie Kasachstan ein Totalüberwachungsinstrument
19. 09. 2023 | Der nicht gerade demokratische Vorzeigestaat Kasachstan hat mithilfe des Entwicklungsprogramms der UN (UNDP) eine Digital Family Card entwickelt, die alle Informationen über alle Bürger und ihre Verwandschaftsverhältnisse zusammenführt. Unter dem Vorwand, so in Notlagen besser und schneller helfen zu können, werden die Familien ihrer Privatsphäre beraubt.

Japaner sollen sich künftig bei Veranstaltungen mit digitaler Bürgernummer ausweisen müssen
13. 09. 2023 | Die Japaner nutzen gern digitale Geräte, legen aber auch Wert auf Privatsphäre. Daher nutzen sie die neue 12-stellige digitale Identifkationsnummer kaum, die die Regierung ihnen verpasst hat. Das will der Digitalisierungsminister, ein Liebling des Weltwirtschaftsforums, unbedingt ändern. Als nächstes will er Veranstaltungsbesucher nötigen, sich mit der digitalen ID auszuweisen.

Äthiopien macht Weltbank-geförderte biometrisch-digitale Identität zur Pflicht
26. 07. 2023 | Auf Druck der UN hat Äthiopien die britische Firma IrisGuard beauftragt, ein System zur Identifikation von Hilfsempfängern per Iris-Scans einzuführen. Außerdem macht die Regierung, wie tkp.at berichtet, die Registrierung in einer von der Weltbank finanzierten Iris-Scan-Datenbank für Bankkunden zur Pflicht. Das modulare Modell zur Anwendung in möglichst vielen Ländern wurde auf Basis des von Datenschützern als Katastrophe betrachteten indischen Adhaar-Systems entwickelt, einer biometrischen Datenbank mit über einer Milliarde Erfassten. |

Telefonieren bald nur noch mit Bürgernummer? Weltbank-Versuchskaninchen Nigeria zeigt, was uns blühen könnte
18. 05. 2022 | Nigerias Regierung verlangt seit Neuestem, dass alle SIM-Karten mit der Nationalen Identifikationsnummer (Bürgernummer) verknüpft werden. 73 Millionen SIM-Karten wurden im April blockiert. So wird das globale Überwachungsprogramm ID2020 durchgesetzt. Auch ein digitales Zentralbankgeld hat Nigeria mit IWF-Unterstützung schon. Bei uns geht auch alles in diese Richtung.

Gates- und Rockefeller-Stiftungen finanzieren WHO-Richtlinien für den digitalen Impfpass
3. 09. 2021 | Die Gates-Stiftung und die Rockefeller-Stiftung, die über ID2020 und andere Initiativen Bevölkerungskontrolle mit einer globalen digitalen Bürgernummer anstreben, haben die jüngste Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation zum digitalen Impfpass finanziert. Der Rüstungs- und digitale Sicherheitskonzern Thales hatte diesen jüngst als Wegbereiter für den universellen mobil-digitalen Identitätsnachweis bezeichnet.

Rüstungskonzern Thales erläutert strategischen Zweck der Impfprivilegien und -pässe
16. 08. 2021 | Hören | Thales, der Rüstungskonzern, der auch eine Digitale-Identitätssparte hat, bezeichnet den digitalen Impfpass und die Notwendigkeit, ihn überall vorzuzeigen, als Wegbereiter für universelle mobil-digitale Identitätsnachweise. Damit bestätigt Thales meine Analyse und meine schlimmsten Befürchtungen.

Die Bundesregierung will nach Blaupause des Weltwirtschaftsforums ein digitales Identitätsökosystem errichten
12. 05. 2021 | Das Weltwirtschaftsforum hat 2018 ein Arbeitsprogramm für Regierungen und private Organisationen veröffentlicht, wie diese gemeinsam eine globale Infrastruktur für den digitalen Identitätsnachweis bauen können. Die Bundesregierung will nun in Abstimmung mit dem Weltwirtschaftsforum seinen Teil des Programms abarbeiten.

Bundestag verabschiedet ID2020-Gesetz für Deutschland
29. 01. 2021 | Hören | Der Bundestag hat einen entscheidenden Schritt bei der Umsetzung des ID2020-Projekts von Microsoft, Accenture und Rockefeller Stiftung getan, indem er die Steuer-Identifikationsnummer zur einheitlichen Bürgernummer für alle Behörden gemacht hat. Damit ist der Weg zur gläsernen Bürgerin vorgezeichnet.

Rockefeller-Stiftung und Weltwirtschaftsforum machen ernst mit der privaten Weltpassbehörde
14. 10. 2020 | Hören | Das Weltwirtschaftsforum hat sich mit einer von der Rockefeller-Stiftung neu gegründeten „gemeinnützigen“ Organisation zusammengetan. Sie wollen Corona nutzen, um eine private, globale Gesundheitspassbehörde zu bilden. Damit treiben die beiden ihre techno-autoritären Pläne Known-Traveller, ID-2020 und Lock-Step entschlossen voran.

Ursula von der Leyen will eine einheitliche digitale Identität für alle EU-Bürger
23. 09. 2020 | Hören | Nach den Plänen der Kommissionspräsidentin sollen alle EU-Bürger und Bürgerinnen „eine europäische digitale Identität“ bekommen, die sie „überall in Europa nutzen können, um alles zu tun, vom Steuern zahlen bis hin zum Fahrrad mieten“. Sie will für Europa umsetzen, was ID2020, Weltwirtschaftsforum, Weltbank und Homeland Security weltweit vorantreiben – um die automatisierte Überwachung der Weltbevölkerung zu vervollkommnen.

Der Macher des Gleichschritt-Szenarios der Rockefeller Stiftung wirbt nun offen für Totalüberwachung
18. 08. 2020 | Im Jahr 2010 hat Peter Schwartz zusammen mit der Rockefeller Stiftung das Schöne-neue-Überwachungswelt-Szenario „Lock Step“ (Gleichschritt) entwickelt, als Zukunftsvision für die Zeit nach einer Pandemie. Während Rockefeller eifrig an der Vertiefung arbeitet, kümmert sich Schwartz um die Verbreiterung und wirbt in einem Interview sogar ganz offen für die Totalüberwachung.

Sudans großes Grundeinkommensexperiment – eine geheime Kommandosache
26. 07. 2020 | Weltbank und Bundesregierung mauern, wenn man sie zur Finanzierung des riesigen Grundeinkommensexperiments im Sudan fragt. Es sieht ganz so aus, als habe die von der Bundesregierung ausgerichtete Geberkonferenz für Sudan lediglich der Ablenkung von den wahren Geldgebern und Organisatoren dieses gigantischen Überwachungs- und Kontroll-Programms gedient.

Indien wird Überwachungsstaat und die BIZ empfiehlt das als Vorbild
18. 02. 2020 Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die mächtige Zentralbank der Zentralbanken in Basel, hat ein vom Chef selbst in Auftrag gegebenes Papier veröffentlicht, das in mehr als einer Hinsicht skandalös ist. Es befürwortet die weltweite Übernahme des Ansatzes der indischen Regierung zum Datenaustausch. Mit diesem soll eine Milliarde Menschen ihrer Privatsphäre beraubt werden.

Die universelle biometrisch-digitale Markierung aller Erdenbürger wird wahr gemacht

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Anfang Oktober machte die IT-Sicherheitsfirma Resecurity bekannt, das Hacker nach eigenen Angaben die biometrischen Identitätsdaten von über 800 Millionen Indern aus der staatlichen Datenbank Aadhaar gestohlen haben und relativ günstig zum Kauf anbieten. Nachforschungen von Sicherheitsexperten zeigen, dass die Behauptung zumindest im Kern stimmt, wenn auch die Anzahl der Betroffenen nicht zu verifizieren ist. Resecurity erwarb 400.000 Datensätze und verifizierte deren Authentizität. Die Betroffenen waren von der unbekannten Organisation, deren Daten gestohlen wurden, nicht von dem Diebstahl informiert worden und wussten von nichts. Die Daten sollen neben der Aadhaar-Nummer den Namen und den Namen des Vaters, die Adresse, Passnummer, Alter und Geschlecht beinhalten.

Nach Angaben von Rescurity können etwaige Käufer mit diesen Daten Online-Bankkonten der Betroffenen plündern und Steuerrückerstattungsbetrug zu deren Lasten begehen.

Der Vorfall zeigt die riesigen Probleme für den Schutz der Bürgerrechte, die mit einer solchen Datenbank verbunden sind, deren Daten für alle nur denkbaren Identifikationszwecke verwendet werden. Die Versicherungen, das System sei sicher, haben sich nicht zum ersten Mal als grob falsch herausgestellt. Das Sicherheitsniveau wird von der Plattform mit Zugang zu den Daten bestimmt, die das wenigste Know How hat und den schlampigsten Umgang mit den Daten pflegt. In diesem Fall ist das Einfallstor für den Datendiebstahl unbekannt. In anderen, ebenfalls sehr großen Fällen in diesem Jahr soll das Einfallstor die Datenbank von Covid-Tests des Indian Council of Medical Research (ICMR) gewesen sein, die mit den Aadhaar-Nummern der Getesteten verbunden ist, sowie eine Datenbank zur Identifizierung von Prepaid-Telefonkunden.

Wenn die gleiche Datenbank von sehr vielen Behörden und Anbietern für alle möglichen Zwecke genutzt wird, multipliziert sich dadurch nicht nur das Risiko von Datenverlust, sondern auch der Schaden für die Betroffenen. Wenn dann auch noch die für die biometrische Identifikation genutzten Daten gestohlen werden, im Fall Aadhaar Fingerabdrücke und Iris-Scans, steht dem umfassenden Identitätsdiebstahl nichts mehr im Wege. Da Lesegeräte für biometrische Daten überall genutzt werden, um die Identität zu prüfen, können Kriminelle relativ leicht an solche Daten kommen. Da man seine biometrischen Merkmale nicht wie ein Passwort ändern kann, ist das verheerend für die Betroffenen.

Die indische Regierung behauptet, es sei freiwillig, sich in der Datenbank registrieren zu lassen. Das ist etwa so wahr, wie die Covid-Impfung für Beschäftigte im deutschen Gesundheitssystem “freiwillig” war. Alle möglichen staatlichen Leistungen setzen eine Registrierung voraus und so viele private Anbieter nutzen das System, das eine Nichtregistrierung für Menschen, die nicht autark auf dem Land leben, mit sehr großen Nachteilen verbunden ist.

Europas Aadhaar heißt Digital Identity Wallet

Völlig unbeirrt von diesen hier ohnehin so gut wie nicht berichteten Vorkommen im Vorreiter Indien, gaben EU-Rat und EU-Parlament am 8. November die Einigung auf eine Verordnung bekannt, die von allen EU-Ländern verlangt Digital Identity Wallets, digitale Identitäts-Brieftaschen, nach einheitlichem Format anzubieten. Natürlich, wie in Indien völlig freiwillig für die Bürger und nur zu deren Nutzen, damit sie sich bei Behörden und privaten Anbietern überall leicht und schnell mit den immer gleichen Identifikationsdaten anmelden können. Natürlich soll diese Datenbank 100% sicher sein, die Daten unmöglich gehackt werden können und auf keinen Fall von Behörden zu Überwachungszwecken missbraucht werden. Wer es glaubt, wird selig.

Es ist nicht bekannt, dass es große Unzufriedenheit in der Bevölkerung damit gegeben hätte, dass sie nicht über eine derartige, vom Staat kontrollierte digitale Identität verfügen. Hier wird im Interesse der global agierenden US-Konzerne wie Microsoft und Google und der Überwachungsagenda Washingtons und der anderen beteiligten Regierungen gezielt (siehe “Mehr” unten) ein weltumspannendes System errichtet, das alle Menschen unentrinnbar an das computerisiert überwachte Netz anbindet. Damit sollen immer mehr und schließlich alle ihre Aktivitäten überwachbar und steuerbar werden. Vorangetrieben wird das maßgeblich von Weltwirtschaftsforum, Gates-Stiftung und Rockefeller-Stiftung, mit Unterstützung Washingtons und von Washington kontrollierter internationaler Organisationen.

Bei all diesen staatlichen Identitätsdatenbanken in Indien, Europa und Afrika, weiß man, oder darf getrost davon ausgehen, dass die großen US-IT-Konzerne ihre Finger im Spiel haben und der Geheimdienst NSA Zugang hat.

Ukraines Dija als Exportmodell, Kenia als Importeur

Auch in der Ukraine gibt es eine mit offizieller US-Unterstützung eingeführte, umfassend genutzte staatliche Identitätsdatenbank namens Dija, die nun, ebenso wie das indische Vorbild, systematisch anderen Ländern zu Nachahmung angetragen werden soll. Der zuständige Digitalisierungsminister, Mykhailo Fedorov, ist ein Young Global Leader des Weltwirtschaftsforums. Das Branchenmagazin Biometric Update berichtet:

“Rund 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger verfügen inzwischen über die digitale ID, die zur Speicherung von biometrischen Pässen, Steuer-IDs und Führerscheinen, für den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und sogar für den Austausch militärischer Informationen genutzt wird: Nutzer können über die App die geografische Position feindlicher Panzer übermitteln. Diia wurde 2019 ins Leben gerufen. Seit Russland 2022 eine Invasion des Landes startete, hat die App neue Dienste hinzugefügt. Dazu gehört die Ausstellung eines digitalen “Evakuierungsdokuments”, das Identitätsinformationen enthält, um die Abfertigung an Kontrollpunkten zu beschleunigen, und das es Bürgern, deren Häuser im Krieg beschädigt wurden, ermöglicht, eine Entschädigung zu beantragen. Das Diia-Projekt, das in Zusammenarbeit mit USAID, der Eurasia Foundation und Partnern aus dem Privatsektor ins Leben gerufen wurde, stößt auch in anderen Ländern, die von den Erfahrungen der Ukraine lernen, auf Interesse. Im Januar dieses Jahres kündigte USAID an, Partnerländer zu unterstützen, die sich von Diia inspirieren lassen.”

Folgendes hat, passend dazu, vor Kurzem die Kenya Post berichtet (übersetzt):

“Die Bill and Melinda Gates Foundation hat mit der kenianischen Regierung eine Vereinbarung getroffen, um sie bei der geplanten Einführung des digitalen Identifikationsdokuments (ID) mit dem Namen Maisha Namba zu beraten. Maisha Namba wird der Personalausweis der dritten Generation mit einer eindeutigen Nummer sein, die jedem Kenianer bei der Geburt zugewiesen wird und von der Geburt bis zum Tod gilt. Der Geschäftsführer der Stiftung, Mark Suzman, sagte einer lokalen Zeitung: “Wir haben eine Reihe spezifischer Investitionshilfen für die digitale Identität, die wir breiteren Plattformen zur Verfügung stellen.” Der Milliardär hat sich mit [Regierungschef} Ruto mehrfach getroffen, seit dieser an die Macht gekommen ist, wobei die meisten dieser Begegnungen geheim gehalten wurden. Berichten zufolge wird das Abkommen die Regierung mit wichtigen technischen Experten und Partnern zusammenbringen, die professionelle Beratung anbieten werden, um eine reibungslose Einführung zu gewährleisten.”

Wie Sie den folgenden Beispielen entnehmen können, werden die biometrisch-digitalen Identitätsdatenbanken nach indischem Vorbild in viele andere Länder exportiert, darunter Nigeria, Athiopien und Kasachstan. Aber auch weitere, unten nicht aufgeführte asiatische Länder wie Pakistan und Thailand sind dabei. Es fehlt nicht mehr viel, dann können die US-Dienste von ihren Cumputern in Langley und Fort Meade aus mitverfolgen und speichern, was fast jeder beliebige Erdenbürger (außerhalb Chinas) so macht.

Mehr

UN entwickelt mit der Autokratie Kasachstan ein Totalüberwachungsinstrument
19. 09. 2023 | Der nicht gerade demokratische Vorzeigestaat Kasachstan hat mithilfe des Entwicklungsprogramms der UN (UNDP) eine Digital Family Card entwickelt, die alle Informationen über alle Bürger und ihre Verwandschaftsverhältnisse zusammenführt. Unter dem Vorwand, so in Notlagen besser und schneller helfen zu können, werden die Familien ihrer Privatsphäre beraubt.

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